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Nur wer Verantwortung übernimmt, kann Zukunft gestalten.

  • PH
  • 18. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Das Wiener Familienunternehmen PRANGL, Spezialist für die Vermietung von Mobilkranen und Arbeitsbühnen sowie die Durchführung von Spezialtransporten und Schwerlastverbringungen, setzt seine Nachhaltigkeitsstrategie trotz reduzierter Verpflichtungen konsequent fort.


Foto: Prangl


Nachhaltigkeitsexperte Manfred Völkl im Interview.

 

Die ESG-Berichtspflichten im Rahmen der CSRD wurden im Jahr 2025 deutlich zurückgenommen. Vieles basiert wieder auf Freiwilligkeit. Welche Haltung hat die Firma PRANGL zum Thema Nachhaltigkeit/ESG?

 

Für uns ist Nachhaltigkeit kein regulatorisches Pflichtprogramm, sondern ein strategischer Kern unseres Handelns. Wir haben uns entschieden, freiwillig auf Basis des VSME-Standards zu berichten, um Transparenz und Verlässlichkeit gegenüber unseren Stakeholdern sicherzustellen. Unsere Nachhaltigkeits- und Dekarbonisierungsstrategie basiert nicht nur auf den Prinzipien des UN Global Compact und den Sustainable Development Goals (SDGs), sondern auf einer umfassenden doppelten Wesentlichkeitsanalyse, die wir im Vorfeld durchgeführt haben. Dabei haben wir sowohl Financial Materiality als auch Impact Materiality berücksichtigt und einen intensiven Stakeholderdialog geführt. Aus diesen Analysen haben wir die für uns wesentlichen Themen abgeleitet – sie bilden die Grundlage für unsere strategischen Nachhaltigkeitsziele und Maßnahmen.

 

Ein zentraler Fokus liegt auf dem Weg zu Net Zero. Wir setzen auf konkrete Maßnahmen wie Energieeffizienz in allen Prozessen, den Ausbau von Photovoltaikanlagen, forcieren die E-Mobilität in unserer Geräteflotte (ECO-Line) sowie PKW-Fuhrpark. Weiters der Einsatz von alternativen Kraftstoffen (HVO100) und die konsequente Nutzung von Digitalisierung, um Ressourcen zu optimieren und Emissionen zu reduzieren.

 

Für uns ist klar: Nachhaltigkeit ist nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch ein entscheidender Faktor für die Resilienz und Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens.

 

Wie sehen Sie die Situation von PRANGL in der Lieferkette hinsichtlich der Anfragen zum ESG-Reporting aus Ihrem Geschäftsumfeld?

 

Wir erleben, dass ESG-Anforderungen in unserem Geschäftsumfeld – insbesondere bei Großkunden – eine zentrale Rolle spielen. Bei vielen Auftragsanfragen müssen wir umfangreiche ESG-Fragebögen beantworten, die detaillierte Informationen zu Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten abfragen. Diese Anforderungen sind nicht nur formal, sondern beeinflussend für die Vergabe von Aufträgen.

 

Darüber hinaus gewinnen ESG-Ratings zunehmend an Bedeutung, da sie für unsere Kunden ein wichtiges Instrument zur Risikobewertung und Lieferantenauswahl sind.

 

Für uns bedeutet das: Wir müssen jederzeit belastbare Daten und Nachweise liefern, die unsere Nachhaltigkeitsstrategie und unseren Fortschritt bei Themen wie Dekarbonisierung, Energieeffizienz, THG-Emissionen und Klimaschutz belegen. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass ESG nicht nur eine interne Verpflichtung ist, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor in der gesamten Lieferkette.

 

Deshalb investieren wir in digitale Lösungen, um die Datenerhebung und Berichterstattung effizient zu gestalten und unseren Kunden die geforderte Transparenz zu bieten.

 

Sie haben sich entschlossen, das Thema Nachhaltigkeit in Ihre Lieferanten-Bewertungen zu integrieren. Was hat Sie dazu veranlasst?

 

Die Integration von Nachhaltigkeitskriterien in unsere Lieferantenbewertung ist ein konsequenter Schritt, um Risiken zu minimieren und Chancen zu nutzen. Wir wollen sicherstellen, dass unsere Partner dieselben Werte teilen und aktiv zur Erreichung unserer Klimaziele beitragen.

 

Dabei geht es nicht nur um die Einhaltung von Standards, sondern auch um die gemeinsame Entwicklung innovativer Lösungen – etwa zur Reduktion von CO₂-Emissionen oder zur Verbesserung der Ressourceneffizienz.

 

Für uns bedeutet das: Wir müssen Transparenz bei unseren Lieferanten sicherstellen und Risiken aktiv managen. Unsere Lieferanten werden daher nicht nur nach Preis und Qualität bewertet, sondern auch nach Nachhaltigkeitsaspekten wie Klimastrategie, Energieeffizienz und sozialer Verantwortung.

 

Die Risikobewertung spielt hier eine zentrale Rolle: Lieferanten, die Nachhaltigkeit vernachlässigen, stellen ein erhebliches Risiko für unsere Reputation, unsere Compliance und letztlich für die Stabilität unserer Lieferkette sowie Zielerreichung dar.

 

Wo sehen Sie die Chancen eines Unternehmens, das den Umstieg auf nachhaltiges Wirtschaften trotz geänderter Rahmenbedingungen konsequent fortsetzt?

 

Die Chancen sind enorm. Unternehmen, die Nachhaltigkeit konsequent in ihre Geschäftsstrategie integrieren, sichern sich klare Wettbewerbsvorteile: Sie sind resilienter gegenüber zukünftigen Regulierungen, attraktiver für Banken, Versicherungen, der Gesellschaft sowie Kunden. Innovationen können so schneller umgesetzt werden.

 

Ein wichtiger Aspekt ist die Finanzierung: Banken gewähren Unternehmen mit starker ESG-Performance und klaren Klimazielen bessere Kreditkonditionen. Wer nachweislich Emissionen reduziert oder sich auf den Weg zu Net Zero macht, profitiert von günstigeren Zinssätzen und einem leichteren Zugang zu Kapital.

 

Darüber hinaus eröffnet die Kreislaufwirtschaft nicht nur eine nachhaltigere Zukunft, sondern senkt auch Kosten. Weniger Materialeinsatz, Recycling und Wiederverwendung reduzieren die Abhängigkeit von teuren Primärrohstoffen und steigern die Ressourceneffizienz.

 

Unternehmen, die frühzeitig auf Dekarbonisierung, Energieeffizienz, Digitalisierung, PV-Anlagen und E-Mobilität setzen, positionieren sich als Vorreiter in einer klimabewussten Wirtschaft.

 

Nachhaltigkeit ist für uns kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in die Zukunft – und ein aktiver Beitrag zu den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung.

 

Denn nur wer Verantwortung übernimmt, kann Zukunft gestalten.

 
 
 

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